Happy New Year aus Java

Indien habe ich schweren Herzens tschüss gesagt und mich gleichzeitig auf die Ankunft in  Indonesien gefreut.

Habe Hannes am Flughafen in Jakarta getroffen. Ein schönes Wiedersehen nach fünf Wochen. 🙂

Die Indonesen sind einfach toll. Total freundlich, herzlich und extrem hilfsbereit. Und haben immer ein Lächeln im Gesicht. Habe selten ein so freundliches Völkchen getroffen.

Nach „Incredible India“ fühlt sich Indonesien direkt westlich an – sauber und ordentlich, auch wenns hier drunter und drüber zugeht. 😉

Die ersten beiden Tage haben wir in Jakarta verbracht. Das Budgethotel, das ich gebucht hatte, hat sich als „Reinfall“ erwiesen. Es ist ein striktes „Sharia-Hotel“, was bedeutet, Männlein und Weiblein dürfen nur mit gültigen Heiratsdokumenten in ein Zimmer einchecken. Wir hatten also die Wahl, ein zweites Zimmer zu buchen oder zu gehen. Haben uns für zweites entschieden. Die Stornierung erwies sich allerdings etwas zeitintensiv. Schlussendlich sind wir aus der Sache rausgekommen und haben uns nach ner anderen Bleibe umgeschaut. Sind dann in einem ganz netten Hostel für zwei Nächte geblieben.

So verrückt, nach dem Abendessen draussen kommen wir zurück ins Hostel und wer steht an der Rezeption: Maddi, ein Mädel, mit der Denise und ich in Borneo zusammen 4 Tage am Strand verbracht haben. Wie klein die Welt doch ist…

Zwischen Weihnachten und Neujahr schien ganz Indonesien unterwegs gewesen zu sein. Wir wollten von Jakarta nach Yogyakarta mit dem Zug fahren und Ticket zwei Tage im Vorraus buchen (was im Normalfall mehr als zeitig ist). Fehlanzeige. Alle Züge (ca. 15 – 18 pro Tag) waren komplett ausgebucht. Und das für die nächsten vier Tage. Also blieb uns nur das Flugzeug für den Weg nach Yogyakarta übrig.

Yogyakarta ist super hübsch. Eine Stadt mit ganz viel Charme, viel Kunsthandwerk (vor allem Batik), ganz viel sichtbare, alte Kultur und ein Mekka für alle Schleckermäulchen. Das kulinarische Angebot an lokalen Spezialitäten kennt hier keine Grenzen.

Hier haben wir drei tolle Tage verbracht. Ausserdem haben wir von dort aus den „Borobodur“ besucht. Ne ganz tolle alte Tempelanlage. Wohl eine der eindrücklichsten in ganz Indonesien. Aber wie bereits gesagt, da Indonesien Ferien hatte, waren wir nicht alleine. Eine Herausforderung, Bilder mit möglichst nur Tempel und ohne Menschen zu knipsen.

Im Anschluss an Yogyakarta gings mit dem Zug (wir haben gerade noch zwei der letzten Tickets ergattern können) nach Malang und von dort aus nach Cemoro Lawang, was als Ausgangspunkt zur Besteigung des „Bromo“ dient. Der Bromo ist ein aktiver Vulkan und wahrscheinlich der faszinierendsten hier.

Hier sind wir auch ins neue Jahr gestartet. Nach einem gemütlichen Abendessen mit „Nasi Goreng“ und „Nasi Pecel“ haben wir das Feuerwerk angeschaut. Den Sonnenaufgang um 5 Uhr wollten wir von einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Bromo bestaunen. Eigentlich erfordert die Aktion einen Aufstieg um ca. 3 Uhr. Wegen ein–zwei Stunden noch mal ins Hotel zu gehen hat sich nicht gelohnt, also sind wir schon um 12.30 Uhr losgestiefelt. Wir waren nicht die einzigen, die viel zu früh da waren. Allerdings die einzigen Westler. Dennoch, wir haben uns zu den Einheimischen ums Lagerfeuer gesetzt und bis um 5 Uhr in der Kälte gebibbert. Leider wurde unser Durchhalten nicht belohnt. Sonnenaufgang Fehlanzeige. Es war neblig und bewölkt. Schade, aber leider nicht zu ändern.:-(Aber immerhin haben wir den Bromo am nächsten Tag bestiegen und ihm in den Rachen schauen können. Solche Anblicke machen einem immer wieder bewusst, wie klein und unbedeutend wir Menschen im Gegensatz zur Natur doch sind.

Unsere letzte Station auf Java sollte noch mal ein Vulkan sein. Nämlich der „Ijen“. Berühmt durch seine blauen Flammen, die durch die starken Schwefeldämpfe entfacht werden. Hier wird in Schwerstarbeit immer noch Schwefel von Hand abgebaut und von den Tiefen des Kraters nach oben getragen.

Wieder mal nachts, um 12.30 Uhr wurden wir abgeholt und zum Fuss des Vulkans gebracht. Dann sind wir hochmarschiert und in den Schlund des Riesens gekraxelt. Ohne Gasmasken war das unmöglich. Wie bei den Zwergen im Bergwerk sahs aus. An den Wänden des Schlunds überall Lichter und Menschen. Auch hier waren wir von der Macht der Natur überwältigt. In den Tiefen des Kraters schlängeln sich tiefblaue Flammen durch die Schwefeldämpfe. Diese Flammen werden pünktlich um 5 Uhr gelöscht, damit die Arbeiter den Tag über Schwefel abbauen können. Nachts dürfen sie dann wieder brennen.

Heute haben wir Java hinter uns gelassen und sind auf Bali gelandet. Unser erster Stopp ist Ubud. Ein ganz tolles Städtchen mit viel Charme, Kunst und Kultur. Ich glaube, hier werden wirs bestimmt ein paar Tage aushalten.

Nach den letzten Tagen mit wenig Schlaf, nächtlichen Bergbesteigungen und langen Busfahrten, lassen wir es nun gemütlicher angehen.

Bin mal gespannt, ob die Balinesen genauso scharf auf Selfies mit Westlern sind. Auf Java wars ganz extrem. Egal wo wir waren, wir konnten keine 20 Meter laufen, ohne nach einem Bild gefragt zu werden. So muss es sich anfühlen, ein Promi zu sein. Mussten täglich für mindestens 20 Bilder herhalten. Aber süss sind sie trotzdem. 🙂

Ein Kommentar zu „Happy New Year aus Java

  1. hey ramona, wünsch euch ein tolles, friedvolles 2017. muß dir ein kompliment machen…….du schreibst ganz toll.
    musst unbedingt ein buch schreiben ( machen ja alle, auch die, die nix zu sagen haben ). hoffe du hast noch eine
    schöne zeit……glg

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