Mit Mama durch Myanmar

Wie ihr alle wisst, hab ich im Anschluss an Hannes‘ Besuch Gesellschaft von meiner Mama bekommen. Die beiden kamen/gingen im fliegenden Wechsel und haben sich am 22.Januar irgendwo über Indien abgeklatscht.

Getroffen haben wir beide uns am 22. Januar in Yangon am Flughafen. Die Freude war gross. Froh war ich besonders, dass alles geklappt hat, uns Mutti den Umstieg in Bangkok, trotz grösstem Respekt davor, bestens gemeistert hat.

Im Guest House angekommen, haben wir uns die nächsten beiden Tage die Stadt, das Land und Mama Asien generell näher gebracht. Ein kleiner Temperatur- und Kulturschock, wenn man vom eisig kalten und ordentlich, sauberen Deutschland zum ersten Mal nach Asien kommt. Und dann auch noch nach Myanmar, wo es, verglichen mit anderen Ländern, doch noch relativ „urig“ zugeht. An den Lärm, Müll, die Gerüche und die vielen Menschen muss sich ein Landei ausm Hotzenwald erst mal gewöhnen. 😉

Viel Eingewöhnungszeit blieb allerdings nicht, denn nach zwei Tagen sind wir abends in den Nachtbus gestiegen und nach Bagan gedüst. Frühmorgens um 4 Uhr angekommen haben wir uns in einem Guest House in Nyaung U einquartiert und ein wenig Schlaf nachgeholt. Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse sah die Welt dann schon wieder besser aus. Für die nächsten beiden Tage haben wir uns zwei Fahrräder geliehen. Zwei schöne, schrullige Holland-Kläpper. Nicht bequem aber authentisch und zweckerfüllend. So haben wir die Tage mit erkunden der wundervoll beeindruckenden Tempeln und kleinen Orten verbracht. Bagan besteht aus Altbagan, wo es kaum Unterkünfte gibt (lediglich einzelne ganz teure Schuppen), Neubagan und Nyaung U. Die zahlreichen Tempel liegen rings um verteilt. Eine Karte braucht man nicht. Man schnappt sich am besten ein Rad und fährt einfach drauf los. Und schwubs tauchen rechts und links der Wege und Strassen die historischen Gemäuer auf. Verloren gehen kann man nicht. Was man auf keinen Fall verpassen sollte: Bei Sonnenaufgang auf den Aussichtsturm klettern und die Heissluftballons über den Tempeln vor dem in allen Farbschattierungen gefärbten Himmel schweben sehen. Postkartenpanorama hoch zehn!

Nach Bagan ging unsere Reise weiter nach Mandalay. Wir haben nicht die „Road nach Mandalay“ genommen, sondern sind mit dem Zug gereist. Zugfahren in Myanmar ist ein Muss und ein ganz tolles Erlebnis. Am Besten in der „Ordinary Class“. Da fährt das Leben mit. Zugfahren dauert zwar etwas länger als Busfahren, ist aber um ein vielfaches günstiger (6 – 7 Stunden für umgerechnet 70 Cent), man sieht viel mehr und erlebt Land und Leute.

In Mandalay haben wir wieder 2 Tage verbracht in denen wir zu Fuss die Stadt und mit dem Fahrrad das Umland erkundet haben. Die Stadt hat man in einem Tag mehr oder weniger gesehen. Das Umland ist auch ganz schön und einen Besuch wert. Zwei bis drei Tage kann man sich hier gut verweilen. Die weltweit bekannte U-Bein Brücke steht hier ebenfalls. Wir zwei Spezialisten haben die allerdings total vergessen, was uns am vorletzten Tag auf dem Weg zurück nach Yangon eingefallen ist.

Weiter ging es am Morgen, wieder mit dem Zug, in Richtung Kalaw. Direkt geht das nicht. Also sind wir zuerst nach Thazi gefahren, sind dort eine Nacht geblieben um am nächsten Morgen um 6 Uhr den Zug nach Kalaw zu erwischen. Diese Fahrt ist einfach traumhaft schön. Es geht zwar im Schneckentempo vorwärts (für eine Strecke von 60 km haben wir 7 Stunden gebraucht), aber das ist es wert. Der Zug kämpft und windet sich durch die Berge, vorbei an kleinen Dörfern und quirligen Bahnhöfchen.

Kalaw dient in erster Linie als Ausgangspunkt für Trekkingtouren an den Inle See. Man kann sich hier aber auch gut zwei bis drei Tage verweilen. Wir haben uns für zwei entschieden, bevor die Trekkingtour losging. Wir waren sechs Personen. Mit uns sind noch zwei Französinnen und zwei Engländer marschiert. Unsere Guides Eddie und Johni waren spitzen klasse und super engagiert. Wir sind drei Tage durch wunderschöne Wälder, vorbei an Reis- und Gemüsefeldern und durch kleine Dörfchen gestiefelt. Übernachtet haben wir bei ganz lieben Familien im Massenlager. Abends und zum Frühstück wurden wir vom Feinsten bekocht und zum Abschluss des ersten Tages gabs zusammen mit den Dorfbewohnen ein Lagerfeuer mit Gitarre und Gesang unter einem funkelndem Sternenhimmel, der seines gleichen sucht. Für uns beide war das das Highlight der Reise.

Am Inle See angekommen haben wir zum Abschluss zusammen zu Mittag gegessen bevor wir mit einem Longtail Boot nach Nyaung Shwe gebracht wurden. Hier haben wir uns mit den beiden Jungs eine günstige Bleibe gesucht während die beiden Missen im vorausgebuchten Nobelschuppen abgestiegen sind.

Am kommenden Tag haben wir zusammen ein Boot gechartert und eine Seetour unternommen. Wir haben Schwimmende Dörfer, schwimmende Gärten, viel Kunsthandwerk gesehen und Märkte besucht. Ein anstrengender aber schöner Tag. Am Tag drauf sind wir auf eigene Faust, mal wieder mit dem Fahrrad ins Umland gefahren, bevor‘s am Nachmittag mit dem Bus zurück nach Yangon ging. Von dort aus wollten wir nach Ngwe Saung zum Strand. Wir haben einen Nachtbus Nach Yangon gebucht, denn einen Direktbus an den Strand gibt’s nicht. Wie wir in Yangon weiter kommen, wussten wir nicht. Morgens angekommen, war der Bus nach Ngwe Saung natürlich schon weg. Aber trotzdem gings weiter. Zuerst mit dem Taxi an einen anderen Busbahnhof, dann weiter mit dem Bus in einen anderen Ort, von wo aus wir dann wiederum in einen anderen Bus umgestiegen sind, der uns an den Strand gebracht hat. Dort haben wir dann noch ne Unterkunft gesucht und auch was Schönes am Strand gefunden. Schlussendlich durften wir nach rund 25 Stunden Busfahrt kaputt aber glücklich am Strand die Füsse hochlegen und den wunderschönen Sonnenuntergang bestaunen. Das war Belohnung genug.

Hier haben wir die kommenden vier Tage entspannt, mit Strandspaziergängen, Yoga, lesen und essen verbracht. Seeeehr toll! Der Strand ist ein Traum. Sehr ruhig, nur ein paar wenige Hotels, mit hohen Palmen gesäumt, riesig breit und scheinbar unendlich lang (15 km). Ich bin gespannt, wie lange der seine unberührte Schönheit bewahren kann. Ringsum werden nämlich kräftig Hotels gebaut. Obwohl kaum ein Mensch hier ist. Ob sich das rechnet…

Am Freitag haben wir uns schweren Herzens verabschieden müssen und sind zurück nach Yangon gefahren. Hier haben wir noch eine Nacht gemeinsam übernachtet, letzte Erledigungen getätigt und noch mal geschlemmt, was das Zeug hält. So lecker und günstig wird’s so schnell nicht mehr.

Am Samstagabend gings ans Abschiednehmen. Hab Mama zum Flughafen begleitet und ein letztes Mal gedrückt. Hoffe, der Rückflug hat ebenso gut wie der Hinflug funktioniert.

Für mich gings erst am nächsten Morgen weiter. Und zwar nach???? Ooooohhhh, grosse Überraschung…Der erste Teil meiner Reise, der nicht auf dem Plan stand und für den ich mich nach langem Hin und Her schlussendlich doch wieder entschieden habe. Einige wissen es schon, die anderen erfahren es jetzt. Ich sitz gerade in Kuala Lumpur am Flughafen und warte auf meinen Weiterflug nach NEUSEELAND. Nachdem Neuseeland zu Beginn schon auf meiner Liste Stand, zwischendurch aber wieder von anderen Ländern verdrängt wurde, habe ich mich nun doch wieder dafür entschieden. Ich bin so gespannt, aufgeregt und freu mich riesig. Vor allem auf die Natur, die Berge und die, gemäss Berichten so unglaublich tollen Wanderungen, die mich dort erwarten. Geplant hab ich noch nichts. Habe die erste Nacht in Auckland gebucht und werde mich dann vor Ort und vor zu von A nach B durchwurschteln. Wie ich reise, ob Auto mieten, kaufen, Bus oder sonst wie. Das wird sich dann ergeben. Vielleicht ergibt sich auch die eine oder andere Reisefreundschaft… Jedenfalls werde ich zum Schluss eine Freundin aus Auckland (wir haben uns vor gut einem Jahr in Marokko kennen gelernt) besuchen und ein paar Tage bei ihr bleiben. Cedrick, der mit mir die Yogalehrerausbildung gemacht hat, schwirrt auch irgendwo da unten rum. Vielleicht machen wir die eine oder andere Wanderung zusammen. Und ansonsten bin ich gespannt auf alles, was mich am anderen Ende der Welt erwartet. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

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