Das schöne Eiland am anderen Ende der Welt hat mich nicht gerade gebührend empfangen. Ich hatte mich ja auf Sommerwetter eingestellt. Klar hatte ich keine 30° erwartet, aber so ein bisschen Sonnenschein und T-Shirt-Wetter schon. Neuseeland hat mir gleich mal klar gemacht, dass ich hier auf ner Insel angekommen bin und das Wetter entsprechend launisch sein kann. Auf gut Deutsch, es hat geschüttet. Und das über die gesamte erste Woche. Kalt wars zwar nicht, aber der Reeegen….
Die erste Nacht habe ich etwas ausserhalb Aucklands im „Fat Cat“ übernachtet. Ein extrem cooler Ort. Ne Art Hippie Community. Da wohnen oder übernachten so ca. 40 – 50 Leute in Stockbetten, Zelten oder Wohnwagen, die sich über das riesige Gelände verteilen. Dazu gibt’s nen Obst- und Gemüsegarten, Hühner und Katzen. Viele Reisende verbringen dort einige Wochen um zu arbeiten, z.B. Obstverkauf, Haushalt oder Küchendienst. Dafür gibt’s Kost und Logis. Gegessen wir dreimal am Tag zusammen und immer ganz leckere Sachen. Alles vegan. Abends nachm Essen darf sich jeder der Runde kurz vorstellen und zieht ein Zettelchen mit ner Aufgabe drauf. Auf meinem stand beispielsweise „Pancake-Teig fürs morgige Frühstück vorbereiten“. Jede Aufgabe gibt es zwei- oder dreimal, d.h. man ist immer im Team zu Gange und kommt somit automatisch mit anderen Leuten in Kontakt. Ausserdem gibt’s immer ne Frage, die alle, der Reihe nach beantworten, z.B. „Mit welcher Person möchtest du gerne einmal zu Abend essen?“. Und so findet auf ne ganz lockere Art und Weise ein lustiger Austausch statt. Ne ganz nette Idee, wie ich finde.Auf jeden Fall ein ganz spezieller, aber total toller Ort mit vielen tollen und interessanten Menschen. Vielleicht komm ich am Schluss noch mal hier her. Hätte ich mehr Zeit, würde ich auch gerne ein paar Wochen hier verbringen. Also für alle, die Neuseeland auf ihrer Reiseliste stehen haben. Schaut hier vorbei.
Hier habe ich auch meine Reisekumpanen kennengelernt. Die drei haben sich hier kennen gelernt und zusammen ein Auto gekauft und wollten gleich am nächsten Tag losziehen. Also sind wir zusammen losgezogen, um alles Notwendige, wie Zelt, Gaskocher etc. zu kaufen und haben die alte Karre gepackt.
Das Wetter war, wie schon beschrieben, bescheiden. Es hat ununterbrochen geschüttet. Aber was will man machen. Also gings los. Wenn auch nur mit Zelt bepackt.
Zuerst ging’s in den Nordwesten nach Coromandel. Das ist ne Region mit ganz toller bergiger Landschaft mit Stränden und ganz vielen Inselchen. Bei guten Wetter ein Traum. Bei Regen auch schön, aber eben nur beschränkt. Hier haben wir zwei Tage verbracht. Irgendwann ging uns die Rumsitzerei allerdings ziemlich auf die Nerven, sodass wir trotz strömendem Regen die Sachen gepackt haben und ne Tageswanderung unternommen haben. Sieben Stunden waren wir unterwegs, nach gefühlten 5 Minuten allerdings schon klatsch nass. Der Regen kam von allen Seiten. Egal! Wir hatten’s lustig.
Weiter ging es dann nach Tauranga. Hier sind wir ein wenig am Strand spaziert (es hat eine Stunde mal nicht geregnet). Der Ort hat uns aber nur als Durchgangsstation gedient.
Danach haben wir uns (wieder im strömenden Regen) weiter nach Süden auf gemacht. Der Nächste Stopp war Rotorua. Ein nicht wirklich attraktives Städtchen (aber das findet man hier sehr selten) aber mit ganz viel Natur und Seen rings um. Wir haben uns die Stadt ein wenig angeschaut und den ersten Regenfreien Nachmittag mit Picknick am See verbracht.
Am nächsten Tag sollte das Wetter weiter aufmachen. Zumindest nicht regnen. Also haben wir die Gelegenheit genutzt und sind weiter in Richtung Süden gefahren und haben unseren ersten „Great Walk“ unternommen. Haben uns den „Lake Waikaremoana Great Walk“ ausgesucht. Die Nacht davor haben wir am See übernachtet, sodass wir am nächsten Morgen gleich losmarschieren konnten. Den Walk kann man in der oder vier Tagen machen. Wir haben uns für drei Tage entschieden, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Am ersten Tag gings vom See aus auf den Berg hoch. Eigentlich hat man von hier ne wunderschöne Aussicht auf den See und die Berge ringsum. Wir allerdings nicht, es war neblig und bewölkt. Aber wir wollen nicht jammern. Immerhin kein Regen. Übernachtet haben wir wieder unten am See. Die nächsten beiden Tage gingen mehr oder weniger am See entlang. Wir hatten dann endlich Sonnenschein, so dass wir die Tage nach der Ankunft mit Baden und Relaxen am See ausklingen lassen konnten.
Auf den Walks findet man in regelmässigen Abständen Hütten und Campingplätze. Die muss man vorbuchen. Haben wir allerdings nicht gemacht, was uns vor Ort ein wenig Probleme eingeheimst hat. Schlussendlich gabs aber ne Lösung und alle waren happy. Die Campingplätze bieten mehr als eine Wiese, Feuerstelle und ein Loch im Boden. Die Hütten ebenfalls nur Massenlager. Verpflegen muss man sich selber. Die Wanderung ist leider kein Rundweg. Also mussten wir vom Ziel wieder zurück zum Start kommen, wo unser Auto stand. Man kann sich ein Wassertaxi nehmen, was allerdings ziemlich teuer ist. Stattdessen sind wir per Anhalter zum Auto zurückgekommen. Das ist hier in Neuseeland ganz üblich. Die Strassen sind allerding so wenig befahren, dass wir gut zwei Stunden gelaufen sind, bis endlich ein Auto aufgetaucht ist. Kaputt aber glücklich sind wir am Auto angekommen, weiter nach Wairoa gefahren, haben uns ein nettes Plätzchen am Fluss ausgesucht und zusammen gegrillt.
Den nächsten Tag wollten wir dann einfach nur ausspannen, was uns auch gelungen ist.
Am nächsten Tag gings weiter in Richtung Süden nach Taupo. Ein schönes Städtchen am Lake Taupo, wenn auch sehr touristisch. Hier haben wir den Tag genossen und den Abend bei Bier und Thai-Essen ausklingen lassen.
Die nächsten beiden Tage sollte das Wetter halten. Deshalb haben wie die Gelegenheit genutzt und den nächsten Great Walk unternommen. Etwa eine Stunde von Taupo entfernt startet einer der bekanntesten Walks Neuseelands, der „Tongariro Alpine Crossing“. Da meine Fersen beim letzten Walk leider sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, haben wir aus drei Tagen einen Tag, dafür aber einen langen und anstrengenden gemacht. Es war wunderbar! Rund um den Mount Tongariro fühlt man sich wie auf dem Mond. Eine unglaublich beeindruckende Vulkan- und Kraterlandschaft und Ausblicke in die weite Ferne. Ganz anders als der erste Walk, viel mehr Leute aber auch total schön!
Bilder folgen, solbald ich eine vernünftige Internetverbindung habe.