Die Woche, die ich in Neuseeland spontan dran gehängt habe, hat sich definitiv gelohnt. Ich konnte all das machen, was mir noch gefehlt hat. Vor allem konnte ich das nördliche Fjordland rund um Milford Sound besuchen. Das haben wir gut eine Woche zuvor aus wettertechnischen Gründen leider ausgelassen und sind von Queenstown, getreu dem Motto „immer der Sonne nach“ direkt in den Süden gefahren.
Im Süden in den Caitlins haben wir rund um Kaka Point zwei weitere Tage verbracht und die ersten Robben entlang der steilen Felsklippen gesehen. Sehr schön hier, aber immer noch sehr, sehr rau und kühl. Von Sommer, wie man sich ihn vorstellt, keine Spur.
Weiter nördlich in Dunedin haben wir zwei weitere Tage auf der Otago Halbinsel verbracht. Ein ganz ruhiges Inselchen. Sehr britisch mit viel Grün, Klippen, Stränden und kleinen, netten Dörfchen. Hier haben wir weitere Robben und auch einige Seelöwen gesehen. Schon beachtlich, wie diese Kolosse am Strand liegen und faulenzen. Die liegen da so versteckt zwischen den Steinen, dass man beim Spazieren ganz schnell mal aufschreckt, wenn sich ein riesen Fels bewegt. Nicht immer einfach, die vorgeschriebenen 50 Meter Abstand einzuhalten, wenn die Kerle Chamäleon spielen. 🙂
Pinguine haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen. Die sind sehr, sehr scheu und man muss riesen Glück haben, einen zu erwischen. Alternativ kann man eine geführte Tour buchen. Dann hat man bessere Chancen. Neuseeland will die kleinen Knirpse schützen und daher hat man zu ihren Brut- und Nistplätzen nur in Begleitung eines Guides Zugang. Zu viele Menschen verhalten sich einfach nicht korrekt und die seltenen Tierchen würden andernfalls bald ganz von den Küsten verschwinden. Daher ist das schon gut so, auch wenn die Touren sehr teuer sind.
Im Anschluss an Dunedin ging es zurück an die Westküste. Das verpasste nördliche Fjordland wollten wir noch nachholen. Und dieses Mal spielte das Wetter zudem mit. Also alles richtig gemacht. In der Region gibt es zwei Great Walks, den „Milford Sound Great Walk“ und den „Kepler Track“. Die sind sehr gefragt und sehr teuer. Wir haben uns für den Kepler Treck entschieden. Haben allerdings nur die „Highlight Strecke“ in einem Tag gemacht und es hat sich gelohnt. Den Tag vorher hat‘s gegossen wie aus Kübeln und ich hab am Abend vorher sehr daran gezweifelt, den Walk am nächsten Tag machen zu können. Der nächste Morgen, war wie angekündigt trocken, wenn auch bewölkt. Wir sind von Te Anau losmarschiert Ziemlich steil und lang ging‘s nach oben durch die dicken, grauen Wolken durch. Und wie es sein soll, wenn Engel reisen, kurz vor Ankunft am Gipfel hat uns purer Sonnenschein begrüsst. Ein sagenhafter Ausblick auf das Wolkenmeer unter uns und die Schneeberge im Sonnenschein darüber. Besser hätten wir’s nicht erwischen können.
Nach Te Anau sind wir noch mal für zwei Tage nach Queenstown gefahren und haben die Tage am See mit joggen, yoga, essen und lesen verbracht.
Dann hiess es leider Abschied nehmen. Da ich meinen Flug fürs Wochenende von Christchurch nach Auckland gebucht habe, habe ich mich per Anhalter auf den Weg nach Osten gemacht. War ganz easy. Ohne langes Warten hat mich eine nette Dame gleich die ganze Strecke mitgenommen.
In Christchurch habe ich zwei Tage verbracht. Eine ganz schön komische Stimmung, wie ich finde. Nach dem Erdbeben letztes Jahr ist vieles zerfallen oder am Wiederaufbau. Einen richtigen Stadtkern mit Charme gibt es nicht. Ist mehr ne Arbeiterstadt. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, ist die street art. An ganz vielen Ecken findet man ganz tolle Kunstwerke an den Häusern und Fabrikgebäuden. Ausserdem versuchen sie, und das sehr kreativ, wieder Leben in die Stadt zu bringen. Es werden neue hübsche „Stadtzentren“ kreiert. Zum Beispiel aus bunten Containern, die Boutiquen, Läden und Essensbuden beherbergen. Dazu viel Strassenmusik und Blumen. Wirklich hübsch gemacht und schön für einen Bummel am Wochenende.
Die letzten Beiden Tage habe ich in Auckland verbracht. Ich habe meine Freundin, Rosie besucht. Wir haben uns vor gut einem Jahr in Marokko kennengelernt. Am Sonntag hab ich zusammen mit Ihrem Freund ihr Fussballspiel abgeschaut und im Anschluss sind wir an den „Piha“ Strand gefahren. Einer der schönsten Strände und der wohl beste surf spot rund um Auckland.
Am Montag habe ich die Stadt auf eigene Faust erkundigt und vom Mount Eden die Stadt und das Umland bestaunt. Die Sonne und die warmen Temperaturen hier hab ich in vollen Zügen genossen. Ein himmelweiter Unterschied zwischen Süd- und Nordinsel. Der Süden doch schon sehr kühl und herbstlich, der Norden riecht dagegen noch sehr nach Altweibersommer.
Am Montagabend hat mich Rosie zum Flughafen gebracht und nun sitze ich hier am Flughafen von Kuala Lumpur und nutze die Umsteigezeit, um euch zu berichten.
Bald geht es für mich weiter nach Kathmandu. Freue mich riesig auf das bezaubernde Land im Himalaya.